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Preußen, Fahnenspitze mit dem Eisernen Kreuz 1870

Königreich Preußen, Fahnen- bzw. Standartenspitze mit dem Eisernen Kreuz 1870, verliehen 1871 bis 1872 und vereinzelt, nachträglich, bis 1907.

Messingguss, mehrteilig gefertigt und vergoldet, die separat gefertigte Tülle mit zwei Löchern zum Befestigen an der Fahnenstange. Inmitten eines Lorbeerkranzes das Großkreuz des Eisernen Kreuzes, hier, nach alten Reparaturen, grob angelötet.

Der Eisenkern des EKs fehlt vollständig, die Zarge insgesamt fast hälftig. Vom Rahmen mit Lorbeerkranz fehlt ebenfalls knapp die Hälfte, und die Vergoldung ist berieben. Außerdem stellenweise Lötspuren, die von alten Reparaturen zeugen. Das erhaltene Stück zudem zerbrochen, was sich jedoch wieder fixieren ließe.

Denkbar ist, dass es sich bei den Schäden um im Feld erlittene „Verletzungen“ handelt. Da die Spitze jedoch leider keiner Einheit konkret zuordenbar ist, kann dies nicht nachgeprüft werden und muss spekulativ bleiben.

König Wilhelm I. beschloss in „dankbarer Anerkennung der rühmlichen und bisher unübertroffenen Leistungen“ seiner Streitkräfte mit allerhöchster Verfügung vom 16. Juni 1871, alle im Kampf gestandenen Fahnen und Standarten wieder mit dem Eisernen Kreuz auszuzeichnen. Fahnen und Standarten, die es bereits trugen, erhielten schwarz-weiße Fahnenbänder, diejenigen, die noch keines hatten, neue Fahnenspitzen mit dem Eisernen Kreuz. Letzteres wurde nachträglich auch den nicht-preußischen Truppen zugesprochen, die es in ihre eigenen Spitzen integrierten.

Literatur: Wernitz, Frank. Das Eiserne Kreuz 1813 – 1870 – 1914. Geschichte und Bedeutung einer Auszeichnung. Wien 2013. Vgl. Band 1, S. 300–309.

Artikelnummer: 03911
1.850,00 €