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Lippe-Detmold, „Lippische Rose“ mit der Krone (2. Ausgabe)

Fürstentum Lippe bzw. Fürstliche Familie zur Lippe, Fürstlich Lippischer Orden für Kunst und Wissenschaft „Lippische Rose“ mit der Krone, verliehen 1902 bis Mitte oder Ende der 1930er-Jahre, bzw. bis 1916 als „Fürstlich Lippisches Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaften „Lippische Rose“ mit der Krone“.

Mutmaßliche Zweitfertigung der zweiten, am Halse zu tragenden Ausgabe, wohl der Hofjuweliere Jean Godet & Sohn, Berlin, mit entsprechender Punzierung „GODET“ auf dem rechten, vorderen Blattstiel. Silber, mehrteilig massiv gefertigt und partiell vergoldet, das Aversmedaillon vergoldet und teilweise emailliert, das rückseitige wohl bronzen patiniert statt, wie üblich, rotgolden doubliert. An mittels Scharnier beweglich angebrachter Krone mit geschlossenem Bandring durch den Reichsapfel, an diesem ein recht grob gearbeiteter, wohl ergänzter Sprungring, „800“ punziert.

Gute, nur leicht getragene und wohl völlig unbeschädigte Erhaltung, jedoch kaum patiniert, möglicherweise in jüngerer Zeit gereinigt. Ohne Halsband bzw. Schleife.

Bezüglich der Einordnung als Zweitstück ist zu ergänzen, dass nicht ganz sicher ausgeschlossen werden kann, dass Godet zu einem späteren Zeitpunkt, also nach 1925, die Dekorationen „offiziell“ geliefert haben könnte. Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass mehrere geschätzte Kollegen das Exemplar für eine Fälschung(!) halten; dem steht die Häufigkeit am Markt – es handelt sich um das einzige bislang bekannt gewordene Exemplar seiner Art – völlig entgegen. Auch von den sattsam bekannten Fälschungen der 1980er-Jahre unterscheidet es sich maßgeblich.

Die „Lippische Rose“ wurde durch Graf-Regent Ernst zur Lippe-Biesterfeld an seinem 56. Geburtstag, dem 9. Juni 1898, im Namen des Fürsten Carl Alexander als „Lippische Rose, Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaften“ in drei jeweils am Band auf der Brust zu tragenden Klassen gestiftet. Frauen trugen sie an einer Schleife an der linken Schulter. Der Entwurf stammte vom Bildhauer A. Schreitmüller, Dresden, gefertigt wurden die Dekorationen bis 1914 bei der Münz-Anstalt Richard Diller, ebenda, später, von 1917 bis 1924/25, durch die Firma C. F. Zimmermann, Pforzheim. Ab 23. Februar 1910 war die 1. Klasse von Herren am Halse zu tragen, am 30. Mai 1916 wurde das Ehrenzeichen zu einem „Orden für Kunst und Wissenschaft“ abgeändert. Bis 1918 erfolgten 34 Verleihungen der ersten Klasse, davon 6 der ersten Ausgabe. Schwark gibt fälschlich an, dass die „Lippische Rose“ nach der Abdankung Leopold IV. nicht mehr verliehen worden sei; tatsächlich dürften nach dem Ende der Monarchie aber zahlenmäßig sogar mehr Verleihungen erfolgt sein als vorher.

Literatur: Schwark, Reiner. Die Orden und Ehrenzeichen des Fürstentums Lippe-Detmold und des Freistaats – Land Lippe – 1778 bis 1933. Vgl. S. 85–89 u. S. 194 ff.

Artikelnummer: 04041
1.800,00 €