Königreich und Freistaat Preußen, Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr, verliehen 1833 bis 1921 und 1926 bis 1934.
Exemplar der 1925 zwar geprägten, jedoch nicht zur Verleihung gekommenen ersten Ausgabe des zweiten, freistaatlichen Modells, vorderseitig mit dem Hoheitszeichen des Freistaates Preußen ohne (!) die Inschrift „REPUBLIK / PREUSSEN“. Silber geprägt. Klietmann, auf den sich alle nachfolgenden Autoren beziehen, gibt ohne Angabe von Quellen an, dass von den 500 Exemplaren, die in der Preußischen Staatsmünze Berlin geprägt wurden, lediglich vier (!) nicht unverzüglich wieder eingeschmolzen wurden. Tatsächlich ist die Medaille so selten, dass sie in allen Sammlungen, auch den öffentlichen (!), zu fehlen scheint.
Die Medaille wurde wohl bereits zeitgenössisch mit einem Klarlack überzogen, der jedoch fehlerhaft aufgetragen wurde oder Schadstellen aufweist, weswegen sie unregelmäßig und teils stark patiniert ist. Von einem winzigen Randfehler auf etwa zehn Uhr abgesehen ansonsten hervorragende, beinahe Besterhaltung.
Von allergrößter Seltenheit, das einzige mir bislang bekannt gewordene Exemplar überhaupt!
Die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr wurde zugleich mit der Rettungsmedaille am Bande durch Beschluss des preußischen Staatsministeriums des Inneren vom 9. Juni 1925 als Ersatz für den zwar über das Ende der Monarchie hinaus, jedoch seit spätestens Mai 1921 nicht mehr verliehenen, unter dieser Bezeichnung bereits am 23. September 1833 durch König Friedrich Wilhelm III. gestifteten Vorläufer wiedereingeführt. Einer ersten, schnell wieder verworfenen und nicht zur Verleihung gekommenen Ausgabe fehlte die Inschrift „REPUBLIK / PREUSSEN“. Abgelöst wurde die zweite Ausgabe durch ein kurzlebiges Modell mit dem neuen preußischen Adler mit Hakenkreuz, bevor die Verleihung von Rettungsmedaillen „gleichgeschaltet“ wurde.
Literatur: Wittenberg, Olaf. Die preußische Rettungsmedaille von 1933. Ein Ehrenzeichen zwischen Demokratie und Diktatur. In: Orden und Ehrenzeichen. Das Magazin für Freunde der Phaleristik Nr. 104 (August 2016). S. 203–212.