Bayern, Militär-Verdienstkreuz (3. Modell), Kreuz I. Klasse mit der Krone und mit Schwertern, Zweitstück

Königreich Bayern, Königlich Bayerischer Militär-Verdienstorden, Militär-Verdienstkreuz I. Klasse mit der Krone und mit Schwertern, verliehen 1914 bis 1921.

Wohl etwas spätere Zweitfertigung mutmaßlich aus Fertigung der Firma Gebrüder Hemmerle, München. Der Kreuzkorpus Buntmetall, mehrteilig gefertigt und vergoldet, die Schwerter starr verlötet und die Krone beweglich verstiftet. Beide Medaillons separat gefertigt und scheinbar verstiftet, das der Vorderseite mehrteilig in Gold (!) gearbeitet und emailliert.

Die weiße Emaille des Medaillonringes mit einem größeren Ausbruch auf zwölf Uhr sowie mehreren kleineren, kaum störenden Beschädigungen. Hiervon abgesehen gute, nur leicht getragene Erhaltung ohne weitere Mängel. Ohne Band.

Interessantes Belegstück und ein guter Ersatz für das kaum zu findende verliehene Original!

Das Militär-Verdienstkreuz wurde durch König Ludwig II. als dem Militär-Verdienstorden affiliiertes Ehrenzeichen für Mannschafts- und Unteroffizierdienstgrade gemeinsam mit diesem und ursprünglich in einer Klasse unter dem 19. Juli 1866 gestiftet. Erst 1891 wurden hierzu, wie zu allen anderen Klassen des Ordens, Schwerter nachgestiftet, die jedoch, wenn die Auszeichnung als „Kriegsdekoration“ verliehen worden war, nachträglich beantragt und angelegt werden konnten. Das Militär-Verdienstkreuz wurde 1905 erstmals umgestaltet und fortan in zwei, seit 1913 in drei Klassen bzw. durch die Einführung der Kronen in sogar sechs Stufen verliehen. Außerdem wurden ebenfalls 1913 unterschiedliche Bänder für Friedens- und für Kriegsverleihungen eingeführt. Für das Kreuz I. Klasse mit der Krone und mit Schwertern sind lediglich acht (!) Verleihungen am regulären Kriegsband sowie 113 Verleihungen am Bande für Kriegsverdienst belegt, erstere an Feldwebel-Leutnants und einen Feld-Hilfsarzt, letztere an Intendantur- und Ober-Intendantur-Sekretäre der Armee-Korps, Sekretäre im Kriegsministerium, aber auch an Zahlmeister und Oberzahlmeister der Regimenter, außerdem an Proviantmeister und Proviantamts-Inspektoren der bayerischen Garnisonsstädte und an Polizeikommissare. Zusätzlich wurden in den ersten Monaten des Weltkrieges weitere 25 Kreuze für Kriegsverdienst verliehen, deren Träger jedoch nach der Statutenänderung vom 26. Juli 1915 nachträglich die Schwerter anlegten.

Literatur: Zimmermann, Sascha. Der Königlich Bayerische Militär-Verdienstorden. Seine Geschichte, Träger und Dekorationen von 1866 bis 1943. Wien 2024. Vgl. Band III, S. 560–581. 

Artikelnummer:
7081

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