Hohenzollern, Fürstlicher Hausorden (3. Modell), Ehrenkreuz III. Klasse, von Sy & Wagner, Berlin

Fürstliche Familie von Hohenzollern, Fürstlicher Hausorden, Ehrenkreuz III. Klasse, verliehen 1844 bis 1965.

Frühes Exemplar des dritten und endgültigen, ab 1852 verliehenen Modells. Silber mehrteilig gefertigt und teilweise emailliert, die Medaillons zudem vergoldet und teils fein nachgraviert. Am unteren Kreuzarm Herstellerpunzierung „S-W“ der Hofgoldschmiede Sy & Wagner, Berlin, die zwischen 1859 bis 1887 alleiniger Lieferant waren. An angelöteter stabiler Ringöse, durch diese ein ungewöhnlich dünner, offener Bandring.

Der Bandring wahrscheinlich ergänzt! Hiervon abgesehen gute, etwas getragene Erhaltung mit verschiedenen Beschädigungen der Emaille, z. B. im Wappenschild des vorderseitigen Medaillons. An modernem, wohl durch Ernst Blass, Hamburg, ergänztem Bandstück.

Der Fürstliche Hausorden von Hohenzollern wurde am 5. Dezember 1841 gemeinsam durch die Fürsten Friedrich Wilhelm Constantin von Hohenzollern-Hechingen und Fürst Carl von Hohenzollern-Sigmaringen zunächst zweiklassig nebst affiliierter, wiederum zweistufiger Verdienstmedaille unter der Bezeichnung „Fürstlich Hohenzollernsches Ehrenzeichen“ als gemeinsamer fürstlicher Hausorden unter dem Protektorat des Königs von Preußen gestiftet. Bereits 1844 wurde eine III. Klasse hinzugefügt. Nach der Abtretung der Fürstentümer an das Königreich Preußen mit Staatsvertrag vom 7. Dezember 1849 stiftete König Friedrich Wilhelm IV. am 18. Januar 1851 den Königlichen Hausorden von Hohenzollern, der vom fürstlichen Hausorden unabhängig bestand. Unter dem 20. März 1852 erhielt der fürstliche Hausorden neue Statuten, die den veränderten Verhältnissen Rechnung trugen; die nun zu preußischen Untertanen gewordenen Fürsten verliehen den Orden mit Genehmigung des Königs weiter. Nach dem Deutschen Krieg von 1866 wurden, auf Anregung König Wilhelm I., die Schwerter zu allen Klassen gestiftet. Nach dem Aussterben der Hechinger Linie 1869 nannte sich die überlebende Sigmaringer Linie „Fürsten von Hohenzollern“. Durch diese wurde der Orden, bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, mehrfach erweitert, sodass er zuletzt über eine große Klassen- und Stufenvielfalt verfügte. Mit dem Tod des Fürsten Friedrich am 6. Februar 1965 dürften die Verleihungen an „Untertanen“ eingestellt worden sein. Vom Ehrenkreuz III. Klasse erfolgten – über drei Modelle hinweg! – insgesamt 1356 Verleihungen.

Literatur: Link, Eva und Gauggel, Heinz. Fürstlich Hohenzollernsche Orden und Ehrenzeichen. Fridingen 1985. Vgl. S. 13–123, vor allem S. 122/123 u. S. 167 ff.

Artikelnummer:
4879

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