Königreich Preußen, Eisernes Kreuz I. Klasse der Stiftung 1914, verliehen 1914 bis 1924.
Mutmaßlich zeitgenössische, nichtprobemäßige Zweitfertigung in leicht gewölbter Ausführung, mit einem möglicherweise aus Silberblech (!) geprägten und lackierten Kern in einer wohl ebenfalls aus Silber gefertigten Zarge. Rückseitig ein Nadelsystem mit einer abgeflachten Tragenadel, oberhalb des Nadelhakens eine zusätzliche Sicherung. Ohne ersichtliche Hersteller- oder Feingehaltspunzierung, jedoch typologisch unstrittig der Fertigung von B. H. Mayer’s Hof-Kunstprägeanstalt, Pforzheim, zuzuordnen.
Die zusätzliche Sicherung ist sehr sauber und dem Anschein nach werkseitig angebracht. Da von diesem Hersteller jedoch keine Exemplare mit Sicherung bekannt zu sein scheinen, kann eine nachträgliche Ergänzung auf private Veranlassung nicht ausgeschlossen werden.
Die Lackierung des Kerns mit mehreren Fehlstellen. Hiervon abgesehen gute, nur leicht getragene Erhaltung, die silbernen Teile des Kreuzes mit einer feinen Patina.
Nachdem das Eiserne Kreuz erstmals durch König Friedrich Wilhelm III. am 10. März 1813 in drei Klassen – Eisernes Kreuz II. Klasse, Eisernes Kreuz I. Klasse, Großkreuz des Eisernen Kreuzes – als Kriegs-Ehrenzeichen für „Verdienst, welches in dem jetzt ausbrechenden Kriege entweder im wirklichen Kampf mit dem Feinde, oder außerdem, im Felde oder daheim, jedoch in Beziehung auf diesen großen Kampf um Freiheit und Selbständigkeit erworben wird“, gestiftet und durch dessen Sohn, Wilhelm I., bereits für den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 erneuert worden war, wurde es durch dessen Enkel, Wilhelm II., am 5. August 1914 wiederum erneuert, nachdem das Deutsche Reich am 1. August 1914 Russland und am 3. des Monats Frankreich den Krieg erklärte. Obgleich das Eiserne Kreuz eine preußische Stiftung war, wurde es für den Weltkrieg an Angehörige aller deutschen Staaten verliehen, was es de facto, keinesfalls jedoch de jure, zu einer Reichsauszeichnung werden ließ. Die Abwicklung der Verleihungen dauerte bis 1924 an. Insgesamt erfolgten in der ersten Klasse etwa 218.000 Verleihungen und in der zweiten Klasse etwa 5.196.000 Verleihungen, zuzüglich etwa 13.000 Verleihungen „am weißen Bande“. Die sehr hohen Zahlen erklären, neben der Popularität und der Bedeutung der Auszeichnung, die Variantenvielfalt auch und vor allem der zeitgenössischen und späteren Zweitfertigungen.
Literatur: Thater, Frank. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse von 1914 (Alternativtitel: Ein Nachschlagewerk zum Eisernen Kreuz 1. Klasse von 1914). Berlin 2022. Vgl. v. a. Band II, S. 722–771; dort teilweise sehr ähnliche Exemplare, jedoch ohne die Sicherung der Nadel.
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