Preußen, Königlicher Hausorden von Hohenzollern, Kreuz der Ritter mit Schwertern (1. Ausgabe), frühes Exemplar von Sy & Wagner

Königreich Preußen, Königlicher Hausorden von Hohenzollern, Kreuz der Ritter mit Schwertern, verliehen 1864 bis 1918.

Probemäßiges Exemplar aus der Stiftungszeit der Schwerter, also der Einigungskriege. Gold, mehrteilig gefertigt und emailliert, ohne Herstellersignatur. Aus stilistischen Gründen dürfte es sich um eine Fertigung der Hofgoldschmiede Sy & Wagner, Berlin, handeln. Ludvigsen dokumentiert für die Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 lediglich etwa 60 Verleihungen dieser Klasse; ein solches Kreuz ist somit um Größenordnungen seltener als die ohnehin seltenen echt-goldenen Kreuze der ersten Hälfte des Weltkriegs.

Der Tragebügel an der Rückseite der Krone entfernt und durch einen beweglichen Bandring durch den Reichsapfel ersetzt; hierbei ist wohl zumindest das Kreuz auf dem Reichsapfel, möglicherweise dieser insgesamt ausgetauscht worden; außerdem wurde eine Schwertklinge wohl ebenfalls alt ersetzt. Hiervon abgesehen altersgemäß gute Erhaltung mit verschiedenen kleineren, wenig störenden Beschädigungen der Emaille. Ohne Band.

Ehemaliges Exemplar der Sammlung Friedhelm Heyde, vgl. Heidelberger Münzhandlung Herbert Grün, 3. Münzauktion „Versteigerung der bekannten Sammlung Heyde. Bedeutende Sammlung Orden und Ehrenzeichen mit Schwerpunkt Preußen, darunter größte Seltenheiten“ am 7. Mai 1991 im Europäischen Hof, Heidelberg.

Der Königliche Hausorden von Hohenzollern wurde durch König Friedrich Wilhelm IV. am 18. Januar 1851 gestiftet, nachdem in Folge des Staatsvertrages vom 7. Dezember 1848 mit den Fürstentümern Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen auch deren Fürstlicher Hausorden in die Reihe der preußischen Orden überging. Der in ursprünglich drei Klassen – Großkomture, Komture und Ritter – neugestiftete Königliche Hausorden bestand aus zwei Abteilungen, deren erste, aus Kreuzen bestehend, für Verdienste um das Königliche Haus verliehen werden sollte. Die Dekorationen der zweiten Abteilung bestanden aus Adlern, sie waren „zur Belohnung besonderer Verdienste um die Pflege gottesfürchtiger und treuer Gesinnung unter der Jugend bestimmt“. Im Jahr 1861 wurden zusätzliche Bruststerne zu den Großkomturen und Komturen gestiftet, die regelmäßig als eigenständige Ordensstufen verliehen wurden, außerdem eine unterste, „Inhaber“ genannte Klasse für beide Abteilungen. Alle Klassen der ersten Abteilung konnten ab 1864 „für Verdienste vor dem Feind“ mit Schwertern verliehen werden, die in später verliehenen Friedensklassen als „Schwerter am Ringe“ dargestellt wurden. Grundsätzlich konnte der Orden mit Dienstaltersabzeichen, den sog. Jubiläumszahlen, verliehen werden.

Literatur: Klingbeil, Karsten. Orden 1700–2000. Band 3: Preußen. Bergisch Gladbach 2011. Vgl. S. 166-179. 

Artikelnummer:
7141

Der Artikel unterliegt der Differenzbesteuerung.
Preis exklusive Versand.

3500.00 €
Kaufen