Preußen, Militär-Ehrenzeichen II. Klasse (4. Modell, 1. Ausgabe), an 4er Ordensschnalle von Paul Küst, Berlin

Königreich Preußen, 4-teilige Große Ordensschnalle eines Veteranen des Deutsch-Deutschen Krieges aus dem Mannschafts- oder Unteroffiziersstand, mit folgenden Auszeichnungen:

• Preußen, Militär-Ehrenzeichen II. Klasse (4. Modell, 1. Ausgabe);

• Preußen, Kriegsdenkmünze 1870/71 in Stahl am Band für Kombattanten;

• Preußen, Erinnerungskreuz 1866 „Der Main-Armee“;

• Preußen, Kaiser-Wilhelm-I.-Erinnerungsmedaille.

Das Militär-Ehrenzeichen und die „Zentenarmedaille“ als verliehene Originalstücke, die Kriegsdenkmünze und das Erinnerungskreuz hingegen Zweit- oder sog. Schnallenstücke. Sauber bogenförmig konfektionierte Bänder, rückseitig mit roter Stoffabdeckung, darauf aufgenäht ein Herstelleretikett der Firma Paul Küst, Berlin. C., Seydelstr. 19 a.

Das Militär-Ehrenzeichen beidseitig stellenweise etwas zerkratzt, alle vier Auszeichnungen außerdem rückseitig etwas „grünspanig“. Hiervon abgesehen gute, nur wenig getragene und vom etwas angeschmutzten Band des Militär-Ehrenzeichens abgesehen farbfrische Erhaltung.

Mit dem Militär-Ehrenzeichen aus den Einigungskriegen selten, zumal in dieser Qualität!

Ex Bene Merenti, Kornwestheim, 25. Auktion vom 18. September 2020.

Nachdem das bereits 1793 begründete, historisch gewachsene Belohnungssystem soldatischer Tapferkeit im Kriege seit Jahrzehnten nicht aktualisiert worden war, stiftete König Wilhelm I. am 27. Februar 1864 eine neue, höchste Tapferkeitsauszeichnung der Unteroffiziere, das Militär-Verdienstkreuz, und gab den bisherigen Militär-Ehrenzeichen I. und II. Klasse, die sich ursprünglich lediglich durch das Band von ihren zivilen Pendants, dem Allgemeinen Ehrenzeichen unterschieden, eine neue Gestalt. Verliehen wurde das Militär-Ehrenzeichen I. und II. Klasse in denjenigen militärischen Konflikten, für die kein Eisernes Kreuz gestiftet wurde, also vor allem für den Deutsch-Dänischen Krieg von 1864, den Deutsch-Deutschen Krieg von 1866 sowie spätere koloniale Konflikte. Für die II. Klasse sind nach Ludvigsen insgesamt 16.157 Verleihungen nachweisbar, wobei sich, der bestehenden Rückgabepflicht wegen, vor allem die frühen Exemplare unverhältnismäßig wenig erhalten haben. Entgegen der Angaben in der Literatur spielte das Militär-Ehrenzeichen beider Klassen im Weltkrieg keine Rolle mehr; es wurden EKs und, an die „ausländischen Waffenbrüder“ subalternen Ranges, die Kriegerverdienstmedaille verliehen.

Literatur: Bannicke, Elke und Tewes, Lothar. Die Stiftung und Verleihung des preußischen Militärehrenzeichens II. Klasse von 1864. In: Orden und Ehrenzeichen. Das Magazin für Freunde der Phaleristik Nr. 65 (Februar 2010). S. 23–26.

Artikelnummer:
5311

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