Königreich Preußen, Verdienstkreuz für Frauen und Jungfrauen, verliehen 1871 bis 1872, bzw., in zwei weiteren Ausnahmefällen, noch bis 1875.
Leeres (!) Verleihungsetui mutmaßlich aus Fertigung des Hofbuchbinders H. F. Schwartz, Berlin, bezogen mit braunem Leder mit goldgeprägter Krone und Ornamenten, in der Ausführung mit dem Häkchenverschluss. Innen mit einer violetten Samteinlage mit Aussparung für die Tragenadel, der Himmel mit naturfarbener Seidenverkleidung.
Der Haken des Verschlusses abgebrochen bzw. nur noch hälftig vorhanden, außerdem der Bezug des rückseitigen Scharniers gerissen, sodass der Deckel nur noch durch die beiden seidenen Bänder innseitig gehalten wird. Von diesen mit etwas handwerklichem Geschick einfach zu reparierenden Beschädigungen abgesehen altersgemäß gute Erhaltung mit den üblichen Alters- und Gebrauchsspuren bzw. Bestoßungen.
Das Verdienstkreuz für Frauen und Jungfrauen wurde durch König Wilhelm I. am 22. März 1871 für „Frauen und Jungfrauen, welche durch Pflege der im beendeten Kriege gegen Frankreich Verwundeten und Erkrankten oder durch anderweitige Tätigkeit für das Wohl der Kämpfenden und deren Angehörigen sich ausgezeichnet haben“ gestiftet. Insgesamt sind 2997 Verleihungen nachweisbar.
Literatur: Wernitz, Frank. Das Eiserne Kreuz 1813 – 1870 – 1914. Geschichte und Bedeutung einer Auszeichnung. Wien 2013. Vgl. Band 1, S. 246–250 (dort niedrigere Verleihungszahl).
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