Osmanisches Reich, Medaille zur Erinnerung an den Besuch Kaiser Wilhelm II. 1889 in Konstantinopel (eigentlich „Alman Mülâkâtι Madalyasι“ – „Medaille des deutschen Besuchs“), verliehen 1892.
Offizielles Exemplar der sog. Bronzenen Medaille aus osmanischer Fertigung. Kupfer geprägt und privat vergoldet, die ursprüngliche Tragebefestigung durch eine starr verlötete Parallelöse entweder nach einer Beschädigung ergänzt oder bewusst abgeändert. Der hierbei beschädigte bzw. verloren gegangene Teil der osmanischen Umschrift auf der Vorderseite wurde durch ein händisch eingraviertes floral anmutendes Dekor kaschiert.
Von der mutmaßlich gewollt veränderten Öse abgesehen gute, etwas getragene Erhaltung mit mehreren kleineren, kaum störenden Randfehlern, außerdem die Vergoldung tragebedingt an den erhabenen Stellen berieben. Ohne Band.
Gut ein Jahr nach seiner Thronbesteigung unternahm Kaiser Wilhelm II. zusammen mit seiner Gemahlin Auguste Viktoria an Bord seiner Yacht „SMS Hohenzollern“ eine offizielle Reise nach Konstantinopel, um dort mit Sultan Abdülhamid II. zusammenzutreffen. Der Besuch erfolgte vom 2. bis zum 6. November 1889. Aus diesem Anlass stiftete Abdülhamid II. am 6. November 1891 eine vierstufige Erinnerungsmedaille, die sowohl an deutsche wie auch an osmanische Würdenträger ausgegeben wurde. Geprägt wurden vier Große Goldene Medaillen in nicht tragbarer Ausführung für den Sultan, das deutsche Kaiserpaar und den deutschen Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck, 100 tragbare Kleine Medaillen in Gold, 200 in Silber sowie 1.100 in Kupfer bzw. Bronze.
Literatur: Sauer, Werner. Ein Rätsel löst sich auf: Die Kehrseite einer osmanischen Medaille. In: INFO. Das aktuelle Magazin für Orden, Militaria, Zeitgeschichte. Organ des Freundes- und Förderkreises Deutsches Ordensmuseum (FDOM) e. V. und des Bundes Deutscher Ordenssammler (BDOS) e. V. Heft Nr. 59 vom Oktober 1988, vgl. S. 19–21.
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