Russland, St.-Georgs-Soldatenkreuz (1. Modell) aus den Befreiungskriegen, für Preußen

Kaisertum Russland, Kaiserlicher Orden des heiligen Großmärtyrers Georg des Siegreichen („Имперáторский Орденъ Святого Великомученика и Победоносца Георгия“), St.-Georgs-Soldatenkreuz, verliehen als einklassige Auszeichnung und ursprünglich als „Ehrenzeichen des Militärischen Ordens“ von 1807 bis 1856.

Exemplar aus der Zeit der Befreiungskriege. Silber, einteilig massiv geprägt, an mitgeprägter, gelochter Öse. Auf zwei rückseitigen Kreuzarmen gravierte Matrikelnummer „21 / 960“. Gemäß freundlicher Mitteilung eines russländischen Sammlerkollegen wurde dieses Kreuz unter dem 4. März 1813 an einen Musketier Jacob Gidde vom Colbergschen (9.) Infanterie-Regiment verliehen und nach dessen Tod im August 1836 innerhalb des Regiments an einen Unteroffizier Friedrich Beske, nach dessen Tod 1848 wiederum einem Füsilier Christian Gruno vererbt.

Altersgemäß angemessene, merklich getragene und wohl auch etwas verputzte Erhaltung, das Relief teilweise berieben, und mit einer kräftigen, recht gleichmäßigen Patina. Ohne Band.

Grundsätzlich von großer Seltenheit und als zweifach vererbtes Exemplar besonders reizvoll!

Das St.-Georgs-Soldatenkreuz wurde am 13. Februar 1807 durch Alexander I. unter dem Namen „Ehrenzeichen des Militärischen Ordens“ als dem bereits 1769 durch Katharina II. gestifteten St.-Georgs-Orden affiliiertes Ehrenzeichen in ursprünglich einer Klasse gestiftet. Unter Alexander II. wurde es am 19. März 1856 auf vier Klassen, die sich durch Material (Gold oder Silber) und Trageweise (Band mit oder ohne aufgelegte Schleife) unterscheiden, erweitert. Mit den neuen Ordensstatuten vom 10. August 1913 erhielt es den Namen „Georgs-Kreuz“. Da jedes Kreuz über eine eingravierte Matrikelnummer verfügt, sind sie theoretisch ihrem einstigen Träger zuordenbar. Tatsächlich haben sich die entsprechenden Unterlagen jedoch nur zum Teil bis heute erhalten. Während der Befreiungskriege wurden knapp 2000 St.-Georgs-Kreuze an Preußen verliehen, die wegen der Praxis der Vererbung jedoch eine erheblich größere Zahl an Soldaten zierten.

Literatur: Feder, Klaus H. Verleihung und Vererbung russischer Auszeichnungen an deutsche Soldaten im Krieg gegen Napoleon. Tønder 2025. Vgl. S. 20–49. 

Artikelnummer:
6925

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