Königreich Bayern, Königlich Bayerischer Militär-Verdienstorden, Militär-Verdienstkreuz I. Klasse mit Schwertern, verliehen 1905 bis 1921.
Exemplar aus der Zeit des dritten, 1913 eingeführten, jedoch mit Schwertern erst ab 1914 verliehenen Modells in der zweiten, ab 1. Januar 1917 gelieferten Ausgabe, hier aus Fertigung der Firma Jacob Leser, Straubing. Tombak, mehrteilige gearbeitet und vergoldet, das Vorderseitenmedaillon in vergoldetem Silber und emailliert. Leser lieferte insgesamt 800 Kreuze dieser Ausführung.
Gute, nur wenig getragene und scheinbar vollkommen unbeschädigte Erhaltung, lediglich stellenweise etwas fleckig patiniert. An etwa 8 cm „langem“ Kriegsband.
Das Militär-Verdienstkreuz wurde durch König Ludwig II. am 19. Juli 1866 zusammen mit dem Militär-Verdienstorden als diesem affiliiertes Ehrenzeichen in ursprünglich einer Klasse gestiftet. Schwerter hierzu wurden erst 1891 nachgestiftet, durften jedoch von denjenigen, die es als Kriegsdekoration erhalten hatten, nachträglich angelegt werden. Im Jahr 1905 wurde das Militär-Verdienstkreuz erstmals umgestaltet und zweiklassig, 1913 schließlich dreiklassig bzw. sechsstufig. Außerdem wurden nun unterschiedliche Bänder für Kreuze mit oder ohne Schwerter eingeführt. Nach Angaben von Bernd Döbel, Königswinter, wurden im bzw. für den Weltkrieg insgesamt 3006 Militär-Verdienstkreuze I. Klasse mit Schwertern, davon 1618 am regulären Kriegsband sowie 1388 am Band für Kriegsverdienste, dem sog. Beamtenband, verliehen. Hinzu kommen an demselben 367 Kreuze ohne Schwerter, deren Trägern das Anlegen der Schwerter mit Statutenänderung vom 26. Juli 1915 gestattet wurde, wovon die meisten Beliehenen Gebrauch gemacht haben dürften. Von diesen 3373 MVKs wurden nachweislich 158 zurückgegeben. Typische Empfänger dieser Klasse waren zum einen Feldwebelleutnants, zum anderen Zahlmeister, Inspektoren, Sekretäre, Topographen, Trigonometer usw.
Literatur: Zimmermann, Sascha. Der Königlich Bayerische Militär-Verdienstorden. Seine Geschichte, Träger und Dekorationen von 1866 bis 1943. Wien 2024. Vgl. Band III, S. 560–675, v. a. S. 636–639.
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