Anhalt, Verdienstorden für Wissenschaft und Kunst (2. Modell)

Herzogtum Anhalt, Herzoglich Anhaltischer Hausorden Albrecht des Bären, Verdienst-Orden für Wissenschaft und Kunst, verliehen 1873 bis 1918, bzw. anfangs, bis zum 20. November 1875, als eigenständige Auszeichnung.

Exemplar des zweiten, zwischen 1905 und 1912 verliehenen Modells. Bronze massiv geprägt und matt vergoldet sowie teilweise poliert, überhöht von einer über ein Scharnier beweglich angebrachten Herzogskrone, durch deren Reichsapfel der Bandring. Geliefert wurden diese Dekorationen durch die Firma Hofjuwelier Heinzelmann, Dessau, der sie jedoch bei den Hofjuwelieren J. Godet & Sohn in Berlin fertigen ließ.

Von der zweiten Klasse des Nachfolgemodells unterscheidet sich die Auszeichnung lediglich durch das Band: Während die Ordenszeichen ursprünglich am Band des Hausordens getragen wurden, erhielten sie durch Höchsten Erlass vom 19. August 1912, mit dem die Aufteilung in der Klassen erfolgte, auch ein eigenes Band. Zwischen 1905 und 1912 erfolgten insgesamt 105 Verleihungen des einklassigen Verdienstordens am Band des Hausordens, danach, bis 1918, weitere schätzungsweise 100 bis 125 Verleihungen als zweite Klasse des letzten Modells mit dem eigenen Band.

Prächtige, wohl ungetragene Erhaltung, lediglich im Übergangsbereich von Dekoration und Krone etwas patiniert. An etwa 7 cm langem, vernähtem Bandstück des Hausordens.

Aus einer namhaften Privatsammlung, zuvor ex Münzenhandlung Harald Möller GmbH, Espenau, Auktion 78 vom 15. November 2021, Zuschlag 1.600,- Euro zzgl. Aufgeld.

Der Verdienst-Orden für Wissenschaft und Kunst wurde mittels „Höchster Beschlussnahme“ Herzog Friedrich I. vom 30. Juli 1873 als eigenständige Auszeichnung gestiftet, aber bereits am 19. September 1875 in die Statuten des Hausordens Albrecht des Bären eingegliedert. Durch einen Höchsten Erlass Friedrich II. erhielt diese Auszeichnung eine neue Form. Schließlich wurde der Verdienstorden durch einen Höchsten Erlass des Herzogs vom 19. August 1912 dreiklassig und erhielt ein eigenes Band; der bisherige Verdienstorden wurde als dessen zweite Klasse übernommen. Die Verleihungen erfolgten zum überwiegenden Teil an Personen in „Theaterberufen“, also an Schauspieler, Sänger, Musiker, Ballettkünstler usw.

Literatur: Scharfenberg, Gerd. Die Orden und Ehrenzeichen der Anhaltischen Staaten 1811–1935. Offenbach am Main 1999. Vgl. S. 69–166, v. a. S. 134–137 und 158–164.

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