Königreich Preußen, Militär-Ehrenzeichen II. Klasse, verliehen 1793 bis wohl gegen 1914 oder spätestens bis 1918, bzw. bis 1814 als „Militär-Verdienstmedaille in Silber“.
Exemplar der ersten, bis 1890 gefertigten Ausgabe des vierten und endgültigen, ab 1864 verliehenen Modells mit der Inschrift „KRIEGS / VERDIENST“ auf der Vorder- und dem Monogramm Wilhelm I. auf der Rückseite. Silber geprägt, an starr angelöteter Parallelöse aus kantigem Draht. Insgesamt wurden durch die Münze 15.965 Militär-Ehrenzeichen II. Klasse dieses Modells geliefert, die sich lediglich durch die Form der Öse unterscheiden lassen. Auf diese ältere Fertigung entfallen davon 9865 Exemplare, die praktisch ausschließlich während der Einigungskriege von 1864 und 1866 verliehen wurden.
Merklich getragene Erhaltung mit einigen kleineren Randfehlern und Macken, außerdem die Öse etwas verbogen. Lediglich in den Vertiefungen noch eine hübsche, recht gleichmäßig gewachsene Patina, ansonsten scheinbar in jüngerer Zeit etwas poliert. Ohne Band.
Nachdem das bereits 1793 begründete, historisch gewachsene Belohnungssystem soldatischer Tapferkeit im Kriege seit Jahrzehnten nicht aktualisiert worden war, stiftete König Wilhelm I. am 27. Februar 1864 eine neue, höchste Tapferkeitsauszeichnung der Unteroffiziere, das Militär-Verdienstkreuz, und gab den bisherigen Militär-Ehrenzeichen I. und II. Klasse, die sich ursprünglich lediglich durch das Band von ihren zivilen Pendants, den Allgemeinen Ehrenzeichen, unterschieden, eine neue Gestalt. Verliehen wurde das Militär-Ehrenzeichen I. und II. Klasse in denjenigen militärischen Konflikten, für die kein Eisernes Kreuz gestiftet wurde, also vor allem für den Deutsch-Dänischen Krieg von 1864, den Deutsch-Deutschen Krieg von 1866 sowie spätere koloniale Konflikte. Für die II. Klasse sind nach Ludvigsen insgesamt 16.157 Verleihungen nachweisbar, wobei sich, der bestehenden Rückgabepflicht wegen, vor allem die frühen Exemplare unverhältnismäßig wenig erhalten haben. Entgegen der Angaben in der Literatur spielte das Militär-Ehrenzeichen beider Klassen im Weltkrieg keine Rolle mehr; es wurden EKs und, an die „ausländischen Waffenbrüder“ subalternen Ranges, die Kriegerverdienstmedaille verliehen.
Literatur: Bannicke, Elke und Tewes, Lothar. Die Stiftung und Verleihung des preußischen Militärehrenzeichens II. Klasse von 1864. In: Orden und Ehrenzeichen. Das Magazin für Freunde der Phaleristik Nr. 65 (Februar 2010). S. 23–26.
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